Kita durch Hochwasser zerstört

Das Hochwasser im Juli hat viele Menschen in NRW hart getroffen. Neben tausenden Privathaushalten wurden auch zahlreiche Betriebe und Einrichtungen durch die Flut zerstört. So auch das Gebäude der Kita Jahnstraße in Eschweiler, die seitdem für die Kinder nicht mehr nutzbar ist.

Der Wiederaufbau wurde zwar schnell aufgenommen, wird aber erst in etwa zwei Jahren abgeschlossen sein. In den ersten Gesprächen mit der Kita-Leitung sowie betroffenen Eltern wurde schnell klar, wie belastend die Situation für alle, insbesondere die Kinder ist. Diese sind teilweise auch privat von den Folgen des Hochwassers betroffen und leiden unter der ständigen Ausnahmesituation.

Schnelle Hilfe kam von der Caritas CBW GmbH, die kurzerhand eine ehemalige Druckerei-Fläche in der Aachener Straße als Ausweichmöglichkeit angeboten hat. Das Problem: um die rund 70 Kinder im Alter zwischen 3-7 Jahren unterzubringen braucht es nicht nur Platz, sondern auch kindgerechte Spiel- Lern- und Ruheflächen. Mit diesem Ziel haben wir das Social Project Anfang September 2021 auf den Weg gebracht und in den folgenden Tagen und Wochen zahlreiche Helfer:innen, Unterstützer:innen und Sponsoren gewonnen.

Zwei Monate von der ersten Idee bis zur gebauten Realität

Nachdem die ersten bürokratischen Hürden überwunden waren, nahm die Planung der rund 500 m² großen Fläche Form an. Die „große Fläche“ war ein sehr großer Raum, welcher zwar schön hell, aber ohne jegliche Trennwände und absolut nicht kindgerecht war. Nach einer ersten Abstimmung mit der Kita-Leitung waren die wichtigsten Parameter und Auflagen für die Planung der Fläche klar und ich der gleichen Woche hat sich ein Team aus erfahrenen Architekten und Organisatoren zusammengefunden, die an zwei möglichen Entwürfen gearbeitet haben. Parallel dazu wurden Sponsoren und Unterstützer gesucht, die gemeinsam mit uns in kürzester Zeit diese Ersatz-Kita möglich machen.

Drei Wochen nach dem Startschuss gab es ein Meeting mit der Kita-Leitung, dem Einrichtungsträger BKJ, den Verantwortlichen der Stadt Eschweiler und der Caritas und der Entwurf wurde verabschiedet. Vier Wochen später waren die ersten Fachfirmen wie Trockenbau, Schlosser usw. vor Ort und am 27. und 28. Oktober waren ca. 40 Kolleginnen und Kollegen aus dem Carpus-Firmenverbund im Einsatz.

Bei der Planung der Spiel- und Lernflächen wurde besonderer Wert darauf gelegt, die unterschiedlichen Bedürfnisse der Kinder bestmöglich zu berücksichtigen. Ein großer Bewegungsraum mit echtem “Turnhallenboden” bietet Platz zum Toben und Spielen. Er geht über in einen Lese- und Ruheraum, der als gemütlicher Rückzugsort dient. Weitere Gruppenräume bieten Platz für verschiedene Aktivitäten. Das Bistro vereint alle Kinder an einem langen Esstisch und verfügt über einen kindgerechten Küchentresen. Das Highlight – der märchenhafte Mittelgang mit zahlreichen kleinen Höhlen und gemütlichen Nischen, die als Stauraum oder Rückzugsort dienen. Ein kleiner Birkenwald mit grünen Sitzpaletten und riesigen Kuscheltieren lädt zum gemütlichen Verweilen ein. das “Baumhaus”

Starke Teamleistung

Ein Projekt, das nur möglich war, weil alle Beteiligten ein gemeinsames Ziel hatten: Den Kindern schnell wieder eine schöne Kita-Zeit möglich zu machen. Auch wenn es eine Übergangslösung ist – zwei Jahre ist im Kindergartenalter eine sehr lange Zeit. Sobald die alte Kita in der Jahnstraße wieder aufgebaut ist, können die Kinder aus der “Ersatz-Kita” wieder in die gewohnten vier Wände umziehen. Aber es gibt schon Überlegungen, die Ersatzfläche in der Caritas Eschweiler auch im Anschluss weiter für Kinder zu nutzen.

Danke an alle, die dieses Projekt möglich gemacht haben!

Fotos: Carpus+Partner, Jörg Stanzick